Martins Gedanken: Vergesst den Fahrplan!

Samstag. Wir befinden uns mitten im Wochenende. Und ich werde heute mal meine Gedanken und meine Meinung zu einem Beitrag schreiben. Das wird immer unregelmäßig sein und somit keine regelmäßige Aktion.

Worum geht es heute? Um diesen Beitrag von Golem.de

Dort wird ein neues Projekt in der kleineren Stadt Schorndorf vorgestellt. Ziel soll es sein, dass der Nahverkehr besser wird und das mit einem neuen und doch recht ungewöhnlichen Konzept. Oder wie Golem titelt: Vergesst den Fahrplan!

Nun ich habe mir das ganz in Ruhe angeschaut und muss sagen – es klingt interessant und spannend. Die Idee, dass man keine normalen Busfahrten mit Linienführung hat und stattdessen kurzfristig aufgrund der eingegangenen Bestellungen die Linien plant und die Busse losschickt ist auf jeden Fall eine neue Idee. Mir wäre es aktuell nicht bekannt, dass es sowas schon irgendwo gibt.

Allerdings sehe ich das Projekt noch nicht zu 100 % positiv. Denn so einige Knackpunkte sind mir dann doch aufgefallen. Da wäre die Bestellung an sich. Wenn ich den Bus 30 oder meinetwegen auch 60 Minuten vorher bestellen muss, so mag das gehen. Wenn ich aber 3-4 Stunden vorher Bescheid wissen muss… ich weiß nicht. Das wäre dann kein Komfort mehr. Denn es kann ja auch mal sein, dass ich kurzfristig einen Arzt oder eine Klinik aufsuchen muss. Um nur ein Beispiel zu nennen.

Dann stellt sich auch die Frage, wie bestelle ich. Wer ein Smartphone hat, kann die App nutzen – also easy. Aber nicht jeder hat ein Smartphone. Dann wird dort vom Internet zu Hause gesprochen. Gut und Schön. Habe ich. Aber auch das hat nicht jeder. Kenne ich einige Fälle. Da bliebe dann nur per Telefon. Gut das mag jeder haben. Bringt mir aber nichts, wenn ich dann unterwegs bin und für den Weg nach Hause einen Bus brauche.

Wie man sieht, fallen aus meiner Sicht schon viele Probleme beim Bestellen an. Und diese sollten dann gelöst sein. Vor allem da Schorndorf mit 40.000 Einwohnern ja eher als klein zu sehen ist. Ich denke jetzt an Rostock mit ca. 200.000 Einwohnern (letzte mir bekannte Zahl). Da sieht es dann schon wieder anders aus.

Vor allem, wie setzt man das System bei O-Bussen und Straßenbahnen um. Die können ja nicht so leicht von ihrer Route abweichen. Und vor allem – und das ist ein wichtiger Punkt wie ich finde – darf es für uns als Passagiere nicht so rüberkommen, dass noch weniger Busse bzw. Bahnen fahren. Denn das ist aktuell ein richtig großes Problem in Deutschland

Es wird immer gefordert, dass wir auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen sollen. Aber es wird überall gekürzt, gespart oder ähnliches. Besonders dreist finde ich es dann noch, wenn einem solche Kürzungen als „Verbesserung“ angepriesen werden.

Das kann man gerade hier in Rostock seit Jahresbeginn sehen. Es sind weniger Straßenbahnen unterwegs, auch bei den Bussen wurde gekürzt und die RSAG (Rostocker Straßenbahn AG) versucht es den Kunden als Verbesserung unterzujubeln. Schade das man da nicht ehrlich sein kann.

Auch bei der Deutschen Bahn hat sich in den letzten Jahren nicht unbedingt alles verbessert. Konnte ich früher stündlich zu meinen Eltern durchfahren mit kurzen Umsteigezeiten, so habe ich jetzt einmal alle 2 Stunden die Wahl kurze Umsteigezeiten zu haben oder ich fahre per IC länger und habe dann zwischendrin 60 Minuten Aufenthalt. Tut mir leid, aber das hat für mich nichts mehr mit Kundenservice zu tun. Vor allem da es früher ja mal deutlich besser geklappt hat.

Ich denke das Konzept kann klappen, aber dafür sind viele Faktoren zu bedenken. Ob da wirklich an alles gedacht wird, was die Kunden wünschen – daran habe ich leider Zweifel, denn letztendlich geht es ja immer darum, dass solche Firmen Gewinne machen. Und da liegt das Problem, denn dadurch vergessen sie alle, dass der eigentliche Auftrag ja die Beförderung von Passagieren ist – also von uns.

Gruß Martin

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