Rezension: Wir tun es für Geld von Matthias Sachau

Es ist schon wieder Mittwoch. Eine Woche jagt die Nächste, die Zeit rennt. Zum Glück, denn ich bin froh wenn der Juli endlich rum ist. Ihr habt immer noch die Möglichkeit abzustimmen, was mit dem Forum passieren soll. Ich freue mich über jeden Hinweis.

Heute gibts einen Re-Read, der mir sehr viel Spaß gemacht hat. Schauen wir uns das doch mal an.

Inhalt laut Buchumschlag
Eigentlich ganz clever: Lukas heiratet zum Schein seine Mitbewohnerin Ines, damit sie Steuern sparen kann. Doch dann zieht unter ihnen ihr Finanzbeamter ein, Ekkehard Stöckelein-Grummler. Nun müssen Ines und Lukas richtig Ehe spielen – was nicht wirklich gut funktioniert. Und Ekkehard setzt sich auch noch in den Kopf, die >>Beziehung<< seiner neuen Freunde zu retten.

Details

Autor Matthias Sachau
Titel Wir tun es für Geld
Seiten 354
Genre Roman
Art Taschenbuch
Verlag Ullstein
ISBN 978-3-548-28144-5
Preis 8,95 €

 1. Die Handlung

Ines und Lukas heiraten – zum Schein – und alles soll in ihrer Wohngemeinschaft so bleiben wie gehabt. Als Ekkehard dann aber einzieht bricht sprichwörtlich das Chaos aus, vor allem, da die beiden sich mit Ekkehard anfreunden. Die Handlung die der Buchumschlag verspricht wird hier perfekt im Buch umgesetzt. Es hört sich nicht nur lustig an, es ist es auch.

Spannung gibt es hier natürlich weniger, dafür eine große Portion Spaß und Humor. Ich hatte viele Stellen denen ich Schmunzeln, teilweise sogar herzhaft lachen musste. Der Autor hat es vor allem geschafft den Humor in den Vordergrund zu stellen und das Ganze nicht als Kitschroman abdriften zu lassen. Das kam bei mir sehr gut an.

Das Ende war dann zwar irgendwie zu erwarten. Aber trotzdem gab es dann noch ein total unerwartetes Highlight. Etwas das dann wieder richtig Spaß gemacht hat und die Handlung nochmal total auf den Kopf stellte. Kurz gesagt ein tolles Ende.

2. Die Protagonisten

Wir haben hier 3 Personen, die für mich als Hauptfiguren anzusehen sind: Ines, Lukas und Ekkehard.

Ines ist als erfolgreiche Frau unterwegs, zahlt zu viele Steuern und ist mit Bernd liiert. Lebt aber mit Lukas in einer WG. Dann kommt die Idee mit der Scheinehe und die beiden heiraten. Ines ist eine Frau, der nichts entgleiten darf, sie will immer die Kontrolle behalten. Gelingt ihr das nicht, dann kommt sie schnell durcheinander – was sie aber auch sympathisch macht.

Lukas ist Teilzeitverkäufer bei Karstadt. Führt eine On-Off-Beziehung mit Vanessa. Er merkt nicht, dass diese ihn nur ausnutzt. Er wirkte auf mich teilweise etwas unbeholfen und kauzig, hatte aber auch sehr sympathische Züge dadurch an sich, weil man denkt: Ach Junge, lass dir helfen. Als ob man einem Kind beibringt erwachsen zu werden.

Und dann haben wir Ekkehard. Er ist weg von Magda. Wer das ist, wird erst spät aufgelöst. Er ist extrem unbeholfen alleine, kann nicht mal kochen. Kennt sich aber mit Hifi-Technik aus wie kein anderer, übertreibt es da aber aus meiner Sicht auch. Während Lukas noch klar kommt im Alltag ist Ekkehard mit allem überfordert. Irgendwie hat er aber eine Art an sich, die mir gefallen hat. Und allein sein Name : Ekkehard Stöckelein-Grummler bringt mich immer wieder zum Schmunzeln, auch jetzt während ich hier tippe.

Alle Figuren sind interessant und gut dargestellt. Das betrifft hier nicht nur Lukas, Ines und Ekkehard. Auch ihre Freunde (Bernd, Vanessa,Viktor, Toni), der Kneipenwirt Udo und die Nachbarin Frau Kohlmeyer werden so gut beschrieben, das man sie kennen würde. Dabei wirkte keine der Personen überspitzt dargestellt. Sie wirken alle realitätsnah und sympathisch.

3. Die Handlungsorte

Die Handlungsorte sind vorrangig die Wohnung von Lukas und Ines, Ekkehards Wohnung und die Kneipe von Wirt Udo. Auch das Fittnessstudio von Toni spielt ab und an eine kleinere Rolle.

Alles in allem kann man hier das Kopfkino anmachen. Details sind genügend vorhanden, trotzdem nicht zu viele, dass es langweilig wird. Hier hat der Autor genau den richtigen Weg gefunden.

4. Sonstiges

Die Kapitel waren angenehm von der Größe und gut zu lesen. Außerdem wurden sie immer mal wieder von handschriftlichen Tagebucheinträgen von Ekkehard unterbrochen. Das hat das Buch insgesamt nochmal aufgelockert. Die Schriftgröße fand ich sehr gut, hier liest man locker weg ohne die Augen zu ermüden. Auch die handschriftlichen Notizen waren gut lesbar. Ob das Cover nun  perfekt zum Buch passt, darüber kann man sicherlich streiten. An sich gefällt es mir aber sehr gut und das gelb wirkt fröhlich, was dieses Buch definitiv ist. Da das Buch nicht so dick ist, hätte ich mir eine etwas stärkere Papierqualität gewünscht, denn die Buchstaben der Rückseite scheinen leider durch.

5. Das Fazit

Es war nach langer Zeit der erste Roman ohne Spannung für mich. Anscheinend gefällt mir sowas doch noch. Dieses Buch kann ich jedem ans Herz legen der eine amüsante und flotte Geschichte ohne großen Kitsch haben möchte. Die gesamte Handlung ist gut gemacht und das Buch fesselte mich sehr. Auch die Idee der handgeschriebenen Tagebucheinträge von Ekkehard gibt dem Buch sowohl inhaltlich als auch optisch ein Highlight.

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2 Kommentare auf "Rezension: Wir tun es für Geld von Matthias Sachau"

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Anni
Besucher

Das liest sich nach einer lustigen Geschichte für den Sommer. Danke für die tolle Rezension dazu.

Ohhh, die Umfrage zum Forum ist mir irgendwie durchgerutscht. Und ich gestehe, ich war lange nicht mehr dort drin. Hmmmm, ich bin also eher unentschlossen…

Martin
Besucher

Hallo Anni, oh ja eine tolle Geschichte für den Sommer.
Seid ruhig ehrlich. Wenn die Umfrage ergibt: Nein. Dann ist es so. Ich finde das sinnvoller wenn ehrliche Antworten kommen. Nur so weiß ich es und verwende keine unnötige Zeit dort.

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