Martin hat nochmal gelesen: Wofür sitzen sie eigentlich hier? von Andreas Schorsch

Inhalt laut Buchrücken:
Das Irrenhaus Deutsche Bahn kennen wir als leidgeprüfte Zugreisende alle – doch wie ein Angestellter am Service Point die Chaoswirtschaft erlebt, darüber konnten wir bislang nur mutmaßen. Fakt ist, im Herzen des Bahnhofs treffen sie alle aufeinander: Fußballfans, die am Wochenende die Bahnsteige zerlegen. Alte Damen, die Süßigkeiten vorbeibringen, seit ihnen 1998 der Koffer gerettet wurde. Hobbyjuristen, die ihre Fahrpreiserstattung bereits einklagen, bevor sie überhaupt in den Regional-Express steigen. In der zugigen Vorhalle ist der Fels in der Brandung. Er gerät niemals ins Wanken, auch wenn der Wahnsinn unermüdlich um ihn herum tobt…

Details
34
Seiten 256
Genre
Art Taschenbuch
Verlag Goldmann
ISBN 9783442158454
Preis 8,99 €

Zufällig am Bahnhof in einem Zeitschriftenladen habe ich – wie passend – dieses Buch entdeckt. Und da ich an Büchern dieser Art nur schwer vorbeigehen kann, musste es mit.

Ich finde Bücher rund um die Bahn einfach klasse. Ich selbst bin begeisterter Bahnfahrer und gerade solche Bücher haben es mir daher immer angetan. Hier sind nun aber nicht die Schaffner/Zugbegleiter am Zug, sondern die Mitarbeiter des Servicepoints. Also mal ein völlig anderer Blickwinkel.

Spannung gehört hier natürlich nicht so hin, eher der Humor, davon gibt es dann aber reichlich und wer häufiger Bahn fährt, wird sich vermutlich in der einen oder anderen Situation wiedererkennen. Es macht viel Spaß das zu lesen, denn irgendwie hat jede der Geschichten ihren ganz eigenen Charme.

Das sorgt dann auch für einen Fesselfaktor. Es fällt schwer das Buch aus der Hand zu legen. Es ist einfach zu witzig.

Wie der Autor hier seine „Figuren“ darstellt ist genial. Sei es die ältere Dame, die nach ihrem Koffer fragt oder der junge Mann, der Angst vor seiner Mutter hat. Jeden kann man sich vorstellen und es wirkt manchmal schon so abwegig, das es einfach wahr sein muss. Es ist trotzdem nie überspitzt dargestellt.

Das Ende war gut gewählt. Es war ein gelungener Abschluss und es kam dann doch sogar ein wenig überraschend. Man hat während des Buches so einiges noch erwartet, aber nicht das.

Das Buch teilt sich grob in die Schichten auf, die dann nochmals in verschiedene Geschichten der jeweiligen Schicht unterteilt sind. Das finde ich gut gelöst und man kann sogar merken, dass die Probleme der Bahnreisenden je nach Schicht verschieden sind und auch, dass kein Tag dem anderen gleicht. Die Schriftgröße fand ich sehr angenehm, auch längeres Lesen war bei mir kein Problem. Der Schreibstil war klasse, sehr flüssig und locker. Das liest sich sehr gut.

Das Cover hat mir sehr gut gefallen. Eine typische Schlange am Service Point. Auch die Qualität der Seiten war gut. Allerdings hätte das Papier ein wenig mehr Dicke vertragen können, da die Buchstaben der Rückseite leider leicht durchscheinen. Das finde ich immer nicht so schön.

upFazit: Ein tolles Buch für Bahnfahrer. Man erlebt mal die andere Seite vom Service Point und womit diese Damen und Herren sich tagtäglich herumschlagen müssen. Ich kann es nur jedem empfehlen.

Ich lese sehr gerne. Häkele Kuscheltiere und mehr. Außerdem stricke ich gerne Socken.
Ich bin gerne im Zoo unterwegs und bastele mit Begeisterung an meinen Websites.

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